Temu Zoll seit Juli 2026: 3-Euro-Regel und Rückgabe
Das Wichtigste in Kürze
- 3 Euro je Zolltarif-Einreihung in der Anmeldung, nicht je Stück
- Fünf gleiche T-Shirts: einmal 3 Euro; T-Shirt plus Uhr: zweimal 3 Euro
- Regel gilt für Kleinsendungen aus allen Drittländern, nicht nur China
- Die geplante Bearbeitungsgebühr (Handling Fee) ist eine getrennte, noch nicht festgelegte Maßnahme
- Eine Retoure führt nicht automatisch zur Erstattung von Einfuhrabgaben
Nichts verpassen
RetourenHeld in Google bevorzugen
So findest du neue Rückgabe-Insider von uns in der Google-Suche leichter wieder.
In Google als Quelle auswählenSeit 1. Juli 2026 gilt für Waren in Kleinsendungen bis 150 Euro aus Drittländern eine vorübergehende Pauschalabgabe. Für eine Temu-Bestellung ist dabei nicht die Zahl der Produkte entscheidend. Gezählt werden die Positionen der Zollanmeldung nach ihrer Zolltarif-Einreihung.
Deshalb ist „3 Euro pro Paket“ ebenso ungenau wie „3 Euro pro Stück“. Die richtige Kurzform lautet: 3 Euro je Tarif-Einreihung in der Anmeldung. Die Regel ist bis zum 1. Juli 2028 befristet.
So wird die 3-Euro-Regel berechnet
Die EU-Kommission erklärt die Berechnung mit zwei einfachen Fällen: Fünf gleiche T-Shirts stehen in einer Tarifposition und lösen einmal 3 Euro aus. Ein T-Shirt und eine Uhr gehören zu unterschiedlichen Einreihungen und lösen zweimal 3 Euro aus.
| Waren in der Sendung | Tarif-Einreihungen | Abgabe beim Anmelder | Mögliche Weitergabe im Preis |
|---|---|---|---|
| Fünf gleiche T-Shirts | 1 | 3 € | Kann in Preis oder Checkout einfließen |
| Ein T-Shirt und eine Uhr | 2 | 6 € | Kann in Preis oder Checkout einfließen |
Im Alltag klingt „Warenart“ ähnlich, für die Berechnung ist der Begriff jedoch zu grob. Entscheidend ist die Einreihung in der Zollanmeldung. Mehrere gleiche Stücke in derselben Position vervielfachen die Abgabe nicht. Unterschiedliche Produkte können dagegen verschiedenen Positionen zugeordnet werden.
Die Regel gilt nicht nur für China. Erfasst werden betroffene Kleinsendungen aus allen Drittländern. Auch die Einfuhrumsatzsteuer bleibt bestehen; sie ist eine eigene Abgabenart und darf nicht ein zweites Mal als Teil der 3 Euro gerechnet werden.
Wer zahlt: Anmelder und Käufer sind nicht dasselbe
Die Abgabe wird grundsätzlich dem Anmelder auferlegt. Das kann je nach Einfuhrmodell der Verkäufer, die Plattform, ein Importeur oder ein Vertreter sein. Der Käufer ist deshalb nicht automatisch die Person, die den Zoll unmittelbar an die Behörde entrichtet.
Unternehmen können diese Kosten im Artikelpreis oder im Checkout berücksichtigen. Das ist eine mögliche Weitergabe im Preis, aber keine zweite Zollabgabe. Ein Endpreis ohne spätere Zahlungsaufforderung macht den Käufer daher noch nicht zum Anmelder.
| Kostenebene | Auslöser | Einordnung |
|---|---|---|
| 3-Euro-Abgabe | Tarif-Einreihung in einer betroffenen Zollanmeldung | Zollschuld des Anmelders |
| Einfuhrumsatzsteuer | Einfuhr nach den geltenden Umsatzsteuerregeln | Eigene Abgabenart, nicht Bestandteil der 3 Euro |
| Weitergabe im Preis | Preisentscheidung von Plattform oder Verkäufer | Kann im Preis oder Checkout stecken |
| DHL-Auslagepauschale | Deutsche Post streckt Abgaben für den Empfänger vor | Bedingter Sonderfall, nicht jede Sendung |
Bearbeitungsgebühr und November-Termin nicht vermischen
Neben der 3-Euro-Abgabe wird auf EU-Ebene eine Bearbeitungsgebühr (Handling Fee) diskutiert. Sie ist eine getrennte Maßnahme. Zum geprüften Stand waren weder ihre Höhe noch ihr Starttermin festgelegt. Eine Rechnung, die bereits einen festen Betrag addiert, behandelt einen Vorschlag fälschlich wie geltendes Recht.
Der 1. November 2026 hat eine andere Bedeutung: Ab diesem Datum werden Produktidentifikatoren in den betroffenen Zollanmeldungen verpflichtend. Dieser technische Schritt verbessert die Zuordnung der Waren. Er startet keine bereits feststehende Zustell- oder Bearbeitungsgebühr.
Wann DHL 7,50 Euro verlangt
DHL beschreibt eine Auslagepauschale von 7,50 Euro für den Fall, dass Deutsche Post die Einfuhrabgaben beim Zoll für den Empfänger vorstreckt. Das ist keine allgemeine Gebühr jeder Temu-Bestellung und auch kein Bestandteil der 3-Euro-Regel.
Fordert ein Zusteller Geld, prüfe die Aufschlüsselung: Welche Einfuhrabgabe wurde erhoben, wer hat sie vorgestreckt und welche Servicegebühr kommt hinzu? Ohne vorgestreckte Einfuhrabgaben fällt die DHL-Pauschale laut den offiziellen Hinweisen nicht automatisch an.
Rückgabe und Zollerstattung sind zwei Verfahren
Die Temu-Retoure läuft über den im Kundenkonto vorgegebenen Rückgabeweg. Eine normale Rücksendung an eine Adresse in der EU lässt die ursprüngliche Einfuhr aber nicht automatisch rückgängig werden. Für eine mögliche Erstattung von Einfuhrabgaben muss zuerst geklärt werden:
- Wer hat die Zollanmeldung abgegeben?
- Wer war Abgabenschuldner und hat die Abgabe tatsächlich entrichtet?
- Verlässt die Ware bei der Rücksendung das Zollgebiet der EU?
- Geht es um bloßes Nichtgefallen oder um schadhafte beziehungsweise nicht vertragsgemäße Ware?
Art. 118 des Unionszollkodex betrifft schadhafte oder nicht den Vertragsbedingungen entsprechende Ware. Zu den Voraussetzungen gehört, dass die Ware das Zollgebiet der Union verlässt. Die deutsche Zollverwaltung weist außerdem darauf hin, dass der Erstattungsantrag vor der Ausfuhr oder Vernichtung gestellt und das weitere Vorgehen mit der Zollstelle abgestimmt werden muss. Eine gewöhnliche Paketaufgabe ohne dieses Verfahren genügt nicht automatisch.
Das bedeutet auch: Der Käufer kann nicht pauschal als zuständige Person für jeden Zollantrag bezeichnet werden. Hat Temu, der Verkäufer oder ein Vertreter als Anmelder die Abgabe getragen, ist zunächst dort zu klären, wie eine mögliche Korrektur abgewickelt wird.
Vier Situationen, vier erste Prüfungen
| Situation | Zuerst prüfen | Nächster sinnvoller Schritt |
|---|---|---|
| Abgabe im Checkout enthalten | Bestellübersicht und Preisaufschlüsselung | Nicht zusätzlich mit einer Zustellgebühr rechnen, solange keine Forderung vorliegt |
| Paketdienst verlangt Geld | Abgabenbescheid, vorgestreckte Abgaben und Servicegebühr getrennt | Bei Unklarheit eine nachvollziehbare Aufschlüsselung verlangen |
| Ware wird retourniert | Anmelder, Abgabenschuldner und tatsächliches Rückgabeziel | Keine automatische Zollerstattung unterstellen |
| Ware ist mangelhaft | Voraussetzungen von Art. 118 UZK und Ausfuhr unter Zollaufsicht | Vor der Ausfuhr Zollstelle und verantwortlichen Anmelder einbeziehen |
Für die praktische Rücksendung – Label, Paketdienst, 14-Tage-Versandfrist und Erstattungsmethode – ist der Temu-Retourenratgeber zuständig. Die Temu-Shopseite bleibt die kompakte Übersicht zu den Rückgaberegeln.
Häufig gestellte Fragen
Seit wann gilt der 3-Euro-Zoll für Temu-Sendungen?
Fallen 3 Euro je Artikel an?
Gilt die Regel nur für Pakete aus China?
Wer schuldet den Zoll bei einer Temu-Bestellung?
Kommt im November 2026 eine feste Bearbeitungsgebühr?
Wann verlangt DHL 7,50 Euro?
Bekomme ich bei einer Temu-Retoure Zoll zurück?
Quellen
- Guidance and legal text on the temporary flat fee for low-value imports Europäische Kommission Belegt Start, Anwendungsbereich, Berechnung je Tarif-Einreihung, Beispiele, Befristung und Abgrenzung zur Handling Fee.
- Customs Guidance on EUR 3 customs duty Europäische Kommission Belegt die Verantwortung des Anmelders, Rückgaben und die Pflicht zu Produktidentifikatoren ab 1. November 2026.
- Verordnung (EU) 2026/382 EUR-Lex Rechtsgrundlage der vorübergehenden Pauschalabgabe für Waren in Kleinsendungen.
- Wegfall der 150-Euro-Zollfreigrenze Bundesministerium der Finanzen Deutsche Einordnung der seit Juli 2026 geltenden 3-Euro-Regel und der fortbestehenden Einfuhrumsatzsteuer.
- Art. 118 Unionszollkodex EUR-Lex Regelt die Erstattung bei schadhafter oder nicht vertragsgemäßer Ware unter besonderen Voraussetzungen.
- Zollamtliche Überwachung bei Zurückweisung Deutsche Zollverwaltung Belegt Antrag und Abstimmung mit der Zollstelle vor Ausfuhr oder Vernichtung.
- Fragen zu Zollkosten und Auslagepauschale DHL Belegt die bedingte Auslagepauschale von 7,50 Euro, wenn Deutsche Post Einfuhrabgaben für den Empfänger vorstreckt.